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Bewegliche Füße

Unsere Füße sind am weitesten weg von unserem Kopf und dennoch helfen sie uns, die Welt zu verstehen. Sie stehen in Beziehung damit, was wir denken, fühlen und tun. Sie bestimmen, wie wir uns fortbewegen, unsere Flexibilität und Standfestigkeit. Somit bilden sie die Basis unseres Handelns. Unsere Füße melden dem Körper Temperaturunterschiede, die Beschaffenheit des Bodens, wie schnell wir gehen oder wie wir Gleichgewicht halten können. Sie sind immer mitzudenken, bei vielen Themen wie Blasenentzündung, Rückenschmerzen, Bauchschmerzen u. v. m. Umso wichtiger ist es, sich liebevoll um sie zu kümmern!


Der Zustand deiner Füße? Wie stehst du im Leben?


Aus Sicht der TCM werden die Füße, die Kraft der Nieren und die Grundkraft eines Menschen in Verbindung gesehen. Die Füße haben starken YIN Charakter und sind Ausdruck unserer Basis (Wasser) und unserer Mitte (Erde). Sie zeigen uns wie wir im Leben stehen. Wir sollten einen satten und weichen Kontakt zum Boden haben.

Der Zustand unserer Füße verändert sich nicht so schnell. Körperliche Probleme mit unseren Füßen zeigen, dass wir sie schon seit langer Zeit nicht gut behandelt haben.


Wie sehen deine Füße aus, was erzählen sie von Dir?


  • Berührst du den Boden und kannst du ihn auch gut spüren?
  • Stehen beide Füße gleich stark am Boden?
  • Sind deine Zehen entspannt oder ziehst du sie hoch?
  • Zeigen deine Zehen nach vorne?
  • Sind deine Füße weich und flexibel oder hart und starr?
  • Welche Temperatur haben sie?
  • Wie nutzt du deine Füße, gehst du ruhig, stabil, wackelig, temperamentvoll, kräftig?
  • Wie passen die Antworten auf all diese Fragen zu deinem gesamten Lebensausdruck?


Du kannst dich und den ganzen Körper über die Füße unterstützen!


Zuwendung, die du deinen Füßen schenkst, macht sich im ganzen Körper breit. Zum Beispiel kannst du damit:

  • gezielte Temperaturveränderungen herbeiführen
  • dich aktivieren
  • dich beruhigen
  • dich mobilisieren, um die Beweglichkeit der die Füße zu erhalten und im gesamten Körper zu verbessern

Die Temperatur: Achte stets auf warme Füße!


Besonders Augenwerk solltest du auf das Temperaturverhalten deiner Füße richten. Im Alltag und auch nachts ist es wichtig, dass deine Füße warm sind. Dauerhaft kalte Füße sind enorme Krafträuber. Warme Füße bedeuten, dass du bis in die Peripherie gut versorgt bist, die Gefäße optimal erweitert sind, die Durchblutung und der Stoffwechsel gut funktioniert. Du spürst besser den Kontakt zum Boden, und bist stabil und einsatzbereit. Achte immer wieder darauf, auch tagsüber, ob Deine Füße kalt sind oder dein Unterbauch oder unterer Rücken sich kalt anfühlen. 

 

  • Nutze warme Socken, besonders optimal aus Schafwolle – auch nachts bzw. vor dem Einschlafen Abends nutze ich dazu gerne eine Wärmeflasche, auf die ich meine nackten Füße etwa für 10 Minuten stelle. In diesen 10 Minuten unterstütze ich mich, in dem ich für Ruhe sorge, etwa das Licht abdrehe, die Augen schließe, und tief atme. Ich stelle mir dabei vor, wie die Wärme über die Füße in meinen Körper – z. B. den Unterbauch kommt. Danach gleich die warmen Socken anziehen. Übrigens schlafe ich mit warmen Füße wunderbar ein!

  • Ansteigendes Fußbad bei chronisch kalten Füßen. Dafür nutze ich eine kleine Wanne. Darin gebe ich Wasser mit etwa 32 Grad. Daneben stelle ich mir heißes Wasser bereit. Schon gebe ich die Füße hinein und langsam immer mehr heißes Wasser dazu, damit die Temperatur langsam ansteigt. Immer nur so warm wie du es gerne und gut aushältst. Die Dauer ist etwa 15 Minuten. Anschließend trockne ich mich ab und packe mich warm ein. Besonders gut ist es, wenn du danach Zeit für Ruhe hast oder gleich Schlafen gehst. Auch wenn sich Erkältungen anbahnen, sind warme Fußbäder ein große Hilfe!

  • Da die Füße im Zusammenhang mit dem Unterleib stehen, empfehle ich bei Neigung zu kalten Füßen, kaltem Gesäß und kalten Händen, einen Nierengurt zu tragen, zum Beispiel aus Schafwolle. Ich trage meinen den gesamten Winter und die Wirkung ist phänomenal!

Ein Schritt nach dem anderen: Beruhigung und Erdung


Nach einem langen Arbeitstag, wenn dir die Gedanken immer wieder durch den Kopf kreisen, wenn sich bei dir keine Ruhe einstellen will, die gesamte Energie nach oben steigt oder du einfach das Gefühl hast, dass du zu kopflastig bist und mit beiden Beinen wieder am Boden stehen willst. Dann sind diese Übungen für dich interessant:


Übung: Die Spannung loslassen:

Nimm einen Ball oder kleine Faszienrolle, oder etwa eine Besenstange, lege das vor dir auf den Boden: Sehr langsam und tief in den Gegenstand einsinken. Dabei tief ausatmen. Dort wo Spannungen im Fußgewölbe zu spüren ist, verweilen und spüre in den Druck hinein. Welches Bild kommt dir, oder welches Gefühl kommt hoch? Atme tief aus und lasse es los. Immer auf angenehmen Druck achten! Spüre, wie über die Fußsohlen der Druck im ganzen Körper nachläßt.



Partnerübung: Fuß auf Fuß:

Lege dich dazu auf den Bauch. Mit viel Spaß können schon Kinder diese Übung mitmachen. Der Partner steht mit dem Gesicht zu deinem Kopf gedreht und geht langsam und beruhigend auf beiden Füßen. Oder stellt sich langsam und erdend darauf. Gebt euch immer Feedback, niemals Schmerz zulassen. Diese Übung kann sehr erdend auf beide Partner wirken. Ein wohliges Gefühl, warmen Fuß auf Fuß zu spüren. Wie nach Hause kommen.


Und los geht´s - Aktivierung und Belebung


Wenn es morgens schwer ist, in die Gänge zu kommen. Oder die Füße schwer sind, jeder Schritt eine Herausforderung ist. Wenn ein neuer Weg als schier unbezwingbar erscheint, oder das Leben dich ein wenig einbremst. Immer dann, wenn es das Gefühl aufkommt, das es sich lohnt, wieder mit etwas mehr Leichtigkeit voranzukommen. Dann sind diese Übungen ein Kick:


Übung: Kaffee für die Füße:

Oben habe ich beschrieben, wie wir durch langsamen und tiefen Druck auf die Fußsohlen beruhigen können. Genau diese Übungen funktionieren als besonderer Frischekick, wenn wir sie dynamisch und schnell durchführen. Besonders gerne nutze ich dazu eine Besenstange, da sie den Vorteil hat, dass du gleich mit beiden Füßen rasch und kräftig darauf marschieren kannst. Das wirkt wie Kaffee für die Füße, sie werden warm und stark durchblutet. Spüre danach in deinen Körper, wo überall spürst du mehr Kraft?


Übung: Bereit für den Sprung:

Besonders aktivierend wirkt es auch, wenn du deine Füße mit den Sprunggelenken besonders rasch in der Luft kreisen lässt. Dazu stelle dich auf auf ein Bein, hebe das andere und kreise den Fuß so rasch als möglich, nutze beide Richtungen. Dann wechsle das Bein. Im Anschluß setze dich hin und massiere deinen Händen die Außenseiten Ferse. Danach spüre, wie viel Kribbeln und Kraft in deinen Sprunggelenken steckt. Damit kannst du gut loslegen. 


Die Füße mobilisieren - mehr Flexibilität und Standkraft


All unsere Gelenke lieben es, auf ihre volle Funktionsfähigkeit genutzt zu werden. Das bedeutet, dass wir sämtliche Gelenke weitaus mehr bewegen können, als wir das meist tun.

Besonders bei den Füßen, hat das ganz wichtige Auswirkungen auf unseren gesamten Körper.

Unsere Sprunggelenke, Zehengelenke und Zehen gehören zur Wasser – Erde – Achse. Sie bestimmen wie wir Stehen, welche Erdung wir haben, und unser gesamtes Sein.

 


Übung: Bewegliche Füße: 

Gerade dann, wenn du besonders beweglich und flexibel sein solltest, brauchst du viel Standkraft. Deine Füße sollen dich tragen und halten und immer dafür sorgen, dass dich nichts so schnell "aus den Socken haut", wie man so schön sagt.

Sind die Gelenke im Fuß flexibel, ist die Basis für alle anderen Gelenke und Bewegungen gestärkt und wir sind gut im Gleichgewicht und können uns an das Leben gut anpassen und trotzdem gut stehen („Steh wo du stehst“). 

Unsere Zehen sollten übrigens beim Stehen und Gehen in die Richtung zeigen, in die wir gehen wollen, also nach vor, beobachte die Stellung deiner Füße: Wohin zeigen sie?


Auf den Punkt gebracht: 3 wichtige Akupressurpunkte auf den Füßen


Auf den Füßen gibt es unzählige wichtige Akupressurpunkte. Diese drei Akupressurpunkte können einige wichtige Themen abdecken, dafür drückst Du mit dem Daumen sanft den Punkt auf beiden Seiten, so lange es dir behagt. Gerade bei diesen Fußpunkten ist es gut, wenn du ganz bei dir bleibst. Spüre in den Punkt hinein und atme tief. Drücken von Akupressurpunkten ist immer eine optimale Gelegenheit für eine Mini-Meditation im Alltag. Innehalten, Punkt für etwa 2 Minuten drücken, tief atmen, die Gedanken abschalten.


Ni 1: „Sprudelnde Quelle“:

Ein Punkt des Nieren Meridians. Wärmt die Füße, verbessert den Bodenkontakt, erdet.

Besonders eignet er sich zur Beruhigung. Er stärkt deine Basis, bringt Ruhe und Kraft.

Nutze ihn für dich oder deine Kinder, immer wenn du den Kontakt zum Boden verlierst, durchs Leben eilst, nicht mehr verweilen kannst. 

 

Dieser Punkt kann so viel und ist so wichtig, dass meine Kollegin Lis Kundegraber sogar ihm sogar einen  eigenen Artikel gewidmet hat.


Mi 4: "Enkel des Fürsten":

Ein Punkt des Milz Meridians und der Öffnungspunkt des Chong Mai. Er ist ein typischer Frauen-Punkt. Unter anderem bewegt er das Qi - also deine Lebensenergie und Blut im mittleren Erwärmer, deiner Körpermitte. Er beruhigt den Geist und wird daher klassischer Weise angewendet, um die Menstruation zu regulieren. Solltest du Schmerzen vor oder während der Menstruation haben, oder du hast das Gefühl, sie kommt nicht so recht in Gang – nutze diesen Punkt wann immer du magst.


Le 3 „Voller Schwung und Kraft“:

Ein Punkt am Leber Meridian. Dieser Punkt bringt vor allem einen Spannungsausgleich sowohl an der Vorderseite des Körpers als auch im Gefühlsbereich. Er beruhigt und entkrampft (z.B bei der Menstruation), wenn die Energie etwas zu schnell in die Höhe schießt  - also auch bei Kopfschmerz oder Gereiztheit

Nutze diesen Punkt regelmäßig, wenn Du das Gefühl hast, dass die sogenannte Laus Dir sehr schnell über die Leber läuft, Du Dich angespannt und gestresst fühlst.


Diese ätherischen Öle nutze ich gerne fürs Thema Erdung


Meine beiden absoluten Lieblingsöle um mich so richtig tief zu verwurzeln sind Vetiver und Zedernholz. Ich nutze sie ganz intuitiv und achte darauf "wie tief" sie gehen, wenn ich daran rieche. Damit meine ich: Wie weit nach unten gelangen die Öle - etwa vom Kopf bis zu den Wurzeln? Wie weit gehen diese Wurzeln heute.

Am Liebsten nutze ich sie im Diffuser. Meist mische ich eines dieser Öle mit einem erfrischenden Duft wie Pfefferminze, Bergamotte oder Lemongrass.

 

1 Tropfen Vetiver oder Zedernholz mit 2 Tropfen eines anderen Öls wie etwa Lemongrass, Orange, Zitrone, Bergamotte oder Pfefferminze in den Diffuser. Ideal um Akupressurpunkte zu aktivieren oder eine kleine Meditation zu machen.


Diese Bücher und Seiten könnten dich ebenfalls interessieren


Die absolute Fuß-Expertin schlechthin, deren Erzählstil ich sehr mag ist Birgit Faschingen-Reitsam, sie nennt sich selbst passender Weise: Die Draufgängerin.

Ihre Homepage bietet tolle Artikel über Füße und andere wichtige Körperstellen. Wer gerne regelmäßige Nachrichten mag, bestellt ihren Fußletter. Wer mehr mag, lässt sich von ihrem Schuhrakel inspirieren oder liest eines ihrer Bücher, zum Beispiel: "Wenn Tango Leiden schaf(f)t".

 

Ein Buch, das ich immer wieder gerne lese, wenn es um Turnübungen zur Verbesserung der Haltung geht:

Fledenkrais, Moshé. (1978): Bewußtheit durch Bewegung. 1. Auflage, Frankfurt am Main: Suhrkamp Taschenbuch Verlag

 

Wer es gerne sehr ausführlich hat und sich dafür interessiert, welche myofaszialen Leitbahnen es gibt:

Myers, Thomas W. (2015): Anatomy Trains. Myofasziale Leitbahnen. 3. Auflage, München: Elsevier GmbH

 

Turnübungen zum Thema Körpervorderseite - Weite und Spielraum gewinnen - mach dir Luft


Über mich, Bewegung und Shiatsuzeit


Mein Name ist Katharina Grotte und ich biete in meiner Praxis in 1230 Wien, Liesing Shiatsu und Craniosacrale Körperarbeit (CranioSacral Therapie nach Upledger) für Erwachsene und Kinder. Meine Praxis trägt den Namen Shiatsuzeit.

Eine individuelle Behandlung, abgestimmt auf deine aktuellen Bedürfnisse ist mir sehr wichtig. Entspannung und Wohlbefinden dürfen genug Platz finden. Shiatsuzeit hört dabei nicht bei der Praxistür auf. "Entdecke was dich bewegt" ist ein ganz wichtiges Motto in meinem Leben. Und wenn es dir behagt, gebe ich dir gerne weiterführende Übungen, Akupressurpunkte oder Meditationstechniken mit auf den Weg. 

 

Terminvereinbarungen unter: katharin@shiatsuzeit.at oder +43 699 11 01 50 46

 


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