Guten Morgen Arme, schlaft gut Zecherln

Kinder haben noch einen sehr instinktiven und direkten Zugang zu ihrem Körper. Daher macht es sehr viel Spaß, immer wieder in den Alltag Übungen einzubauen, die das Körperbewusstsein stärken.

 

Innerhalb der Familie ist es eine gute Möglichkeit, sich Nähe zu geben, einander besser kennenzulernen und direkt in Verbindung zu gehen. Dabei sollte stets die Freude im Vordergrund stehen.

Solche Übungen sollten Spiele sein, die Fantasie anregen, das Bewusstsein schaffen, dass es uns besser geht, wenn es unserem Körper gut geht.


Klopf, klopf, wie soll der Tag beginnen?


Diese Übung wirkt sehr aktivierend und kann als gemeinsames Ritual genutzt werden. Meiner Erfahrung nach wünschen sich Kinder gerade am Morgen gemeinsames Spielen und mehr als nur Routine, wir Erwachsenen eher weniger. Diese Übung macht uns gemeinsam Spaß. Durch das sanfte Klopfen wird die Muskulatur gelockert, der ganze Körper bewegt und belebt. Wir haben uns dazu ein lustiges Ritual gewählt, indem wir das Klopftempo dem Zeitplan in der Früh anpassen. Kinder bekommen so ein sehr gutes Gefühl für "eilig" oder "mal ganz langsam". Für mich selbst ist es in der Früh sehr befreiend, oft mache ich sie alleine weiter, wenn es wieder einmal ein wenig länger dauert, bis Zähne geputzt oder gar Gewand gefunden wurde, … das kommt bei Kleinkindern durchaus manchmal vor … ;)

Das Klopfen hat mir schon so manchen Wutanfall erspart.

 

Ballt eure Fäuste. Dann wird der eigene Körper abgeklopft.

Zuerst von oben die Arme hinaus bis zu den Händen.

An der Innenseite der Arme wieder zurück.

Eine wahre Wonne ist  (meist für die Eltern, wenn sie mitmachen): Die eigenen Schultern abklopfen - mit der rechten Faust die linke Schulter und umgekehrt.

Die Beine an der Vorderseite runter, und an der Rückseite wieder hoch.

Juhu, gleich am Morgen testen wir das Gleichgewicht. Auf einem Bein stehend klopfen wir die Fußsohlen.

Ein kleiner Trommelwirbel auf dem Gesäß.

Liebevoll begrüßen wir den Bauch, die Fäuste wandern sanft im Uhrzeigersinn.

Dann versuchen wir, mit den Händen auf den Rücken zu kommen. Hier wird dann nur noch gestreichelt. Guten Morgen Körper, jetzt kann der Tag beginnen.


Mach mir Luft, ich brauche Platz!


Ärger, Sorgen, Streit - auch in kleiner Form, macht den Körper klein. Wenn wir merken, dass es wieder einmal eng wird, ist diese Übung für alle Familienmitglieder gleichermaßen geeignet, um sich wieder mehr Luft und Raum zu geben.

 

Lass Dein Kind sich auf den Rücken legen, es soll die Arme ausbreiten, sodass seine Hände mit den Innenseiten nach oben schauen.

Nun wanderst Du mit Deinen Händen vom Brustkorb die Arme langsam hinaus.

Holt gemeinsam tief Luft, je nach Alter des Kindes erzählt Euch, was ihr loswerden wollt, atmet immer wieder tief ein und aus. Macht Euch Luft.

Danach stelle Dich hinter Dein Kind, es soll die Arme über den Kopf heben. Ziehe langsam an beiden Armen, mach den Körper lang.

Dehne spielerisch Arme und Beine. Ziehe sanft daran. Weite im Körper schafft Weite im Kopf. Es darf gelacht werden, denn auch Kinder ziehen gerne mal Erwachsene in die Länge. Schaum mal, jetzt fühle ich mich wieder groß!


Schick mir Herzen durch den Bauch!


Für Kinder ist lange Zeit “alles Bauch”, denn er ist Zentrum der Gefühle und steht mit unserem Denken in Zusammenhang. Manches Mal mag es einfach die Verdauung sein, die Unbehagen schafft. Ein andermal ist es ein Lebensthema. Diese Übung schafft Aufmerksamkeit für das Körperzentrum. Halten und Reden helfen im wahrsten Sinne, Erlebtes zu verstehen, zu integrieren und zu verdauen. Die Wärme unterstützt zugleich die Arbeit des Darms.

 

Lass Dein Kind sitzen, liegen oder stehen. Ganz wie es mag.

Nun lege eine Hand auf seinen Rücken, und die andere vorne auf den Bauch.

Einigt Euch auf etwas, das nun von der einen Hand, durch den Körper, zur anderen geschickt werden soll. Es können Herzen sein, oder Schmetterlinge. Es können Ritter sein, die dem Kind helfen, etwas zu besiegen oder Helden, die es stark machen. Hier ist der Fantasie keine Grenze gesetzt.

Das mag der Bauch!


Wer geht denn da?


Diese Übung eignet sich nach langem Sitzen im Kindergarten, der Schule oder im Büro. Gerade auch, weil wir in dieser Zeit ständig auf Anpassung programmiert sind, nach vorne gerichtet. Mit der Aufmerksamkeit auf das, was vor uns und im Außen passiert.

Diese Übung schafft wieder mehr Innenschau. Sie hilft, wieder ein bisschen zu sich zu finden, sich gemeinsam aufeinander und den eigenen Körper zu konzentrieren.

 

Lass Dein Kind sich auf den Bauch legen.

Nun wanderst Du mit beiden Händen langsam links und rechts der Wirbelsäule runter. Variiere den Druck und lass Dein Kind raten, wer denn da geht? Ist es ein Elefant, oder ein Käfer, brauchst Du viel Druck oder wenig. Ist es hüpfend oder kriechend.

Als Abschluss, wenn Dein Kind zur Ruhe kommen mag, lege eine Hand auf den Hinterkopf und eine auf sein Kreuzbein (in der Mitte oberhalb des Gesäßes). Nun stelle Dir vor, dass eine Flüssigkeit oder eine Farbe von einer Hand über die Wirbelsäule zur anderen Hand rinnt.

Ich habe diesen letzten Griff immer wieder bei meiner kleinen Tochter angewandt, als ich sie noch in der Bauchtrage transportiert habe. Es wirkt sehr beruhigend für den Gebenden und den Nehmenden.


Schlaft gut Zechen!


Wenn der Tag sehr aufregend war, Kinder nicht zur Ruhe kommen, alle Dinge im Kopf, oben, heiß oder wild sind, dann wollen die Füße gerne Aufmerksamkeit haben. Das gilt natürlich auch für uns Erwachsene. Übungen mit den Füßen bringen uns wieder auf den Boden. Sie verbessern den Bodenkontakt und erden. Regelmäßig angewendet kann es als entspannendes Einschlafritual genutzt werden.

 

Wir schmieren vorher gerne ein beruhigendes ätherisches Öl, wie etwa “Lavendel fein” (Mischung: 1 Tropfen ätherisches Öl auf 10 ml Trägeröl wie etwa Mandelöl) vorher auf die Fußsohlen, schon der Geruch alleine bringt bei uns Entspannung.

Umgreife mit beiden Händen die Wade und gehe so die Wade runter, als wolltest Du etwas “ausdrücken”. Langsam, umfassend, erdend, bis runter zu den Füßen.

Dann knete die Füße immer wieder durch.

Jedes Zecherl kann dabei auch einzeln leicht zwischen den Fingern gedrückt werden.

Das wiederhole auf der anderen Seite.

Dann umfasse beide Füße und stelle Dir vor, dass nun eine warme Flüssigkeit oder Farbe, Dinge, Tiere oder dergleichen vom Kopf bis in die Füße wandern. Besprich es mit Deinem Kind. Lass es all seine Aufmerksamkeit auf die Füße lenken. Horche in den Körper Deines Kindes und nimm wahr, was sich verändert. Eine schöne Übung, die wir sehr lieben, da sie sowohl mich als auch mein Kind beruhigt.


 

 

Eine Shiatsu Einheit mit Kindern beinhaltet viele spielerische Aspekte und Gespräche. Das Kind soll in seinem ganzen Wesen wahrgenommen und angenommen werden. 

Kinder Shiatsu Einheiten sind bei mir immer auf Kind und Eltern abgestimmt und es gibt eine Vielzahl an Übungen und Spielen für zu Hause.

 

Eine Kinder Shiatsu Einheit kostet 45 Euro und dauert eine Stunde.

 

Falls Du Lust hast eine Einheit zu buchen, kannst Du das gerne per Mail tun.